Spaltbarkeit

Spaltbarkeit ist die Eigenschaft der Kristalle, durch Einwirkung einer gerichteten mechanischen Kraft parallel einer oder mehrerer Ebenen vektoriell, also richtungsabhängig, in Spaltstücke zu zerspringen. Die Spaltung eines Kristalls bedeutet eine Trennung parallel bestimmter Netzebenen. Die Spaltbarkeit wird sowohl durch den Bau des Kristallgitters als auch durch Kohäsionskräfte zwischen den mineralbildenden Atomen bestimmt. Dabei spalten bevorzugt solche Netzebenen, zwischen denen die Bindekräfte geringer sind als zwischen anderen Netzebenen.

Der Grad der Spaltbarkeit kann nicht exakt gemessen werden. Deshalb wird die Qualität verbal oder in Zahlen ausgedrückt:

BeschreibungGrad der Spaltbarkeit
sehr vollkommen5
vollkommen4
gut3
deutlich2
undeutlich/schlecht1
keine0

Bruch

Minerale, die keine Spaltbarkeit aufweisen, bilden bei Druckbelastung nicht regelmäßige Flächen (Bruch). Die Entstehung von Bruchstellen ist im Gegensatz zu den Spaltflächen nicht durch den Kristallgitterbau vorgeschrieben.

Der Bruch von Mineralen nach dem Aussehen der Bruchstelle wird in folgende Brucharten unterschieden:

muschelig: kreisförmige Riefen an der Bruchstelle
Bsp.: Quarz, Schwefel, Cinnabarit, Realgar, Pyrit, Proustit, Chalcedon, Fluorit

uneben: keine Regelmäßigkeit der Bruchkanten
Bsp.: Sylvin, Akanthit, Antimon, Markasit, Auripigment, Halit, Hausmannit

erdig: Bruchstelle ist glanzlos und stumpf
Bsp.: Aluminit, Kaolinit, Limonit

glatt: ebene Bruchstellenoberfläche
Bsp.: Baryt

faserig: Bruchstelle gleicht kleinen Härchen
Bsp.: Tigerauge, Selenit, Gips

splittrig: Mineral sondert kleine Teilstücke/Splitter ab
Bsp.: Jadeit, Wollastonit, Granat

hakig: an der Bruchstelle bilden sich kleine, scharfe Widerhaken
Bsp.: Kupfer, Silber, Gold


1Inhaltliche Bearbeitung mit eigenen Beispielbildern nach: Göbbels, M., Götze, J. und Lieber, W. (2020). Physikalisch-chemische Mineralogie kompakt. Springer Spektrum. Berlin, Heidelberg. 1. Auflage.